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Im Wal Revier Segeln Toern 8

Nun bin ich schon wieder eine Woche zu Hause und lasse gerade unseren Törn „Im Wal Revier“ vor Teneriffa vom 29.07. bis 05.08.2017 noch einmal Revue passieren.

Im Wal Revier Segeln Toern 8

Wer segelt mit?

Ich hatte mich recht kurzfristig entschieden eine Yacht für diesen Termin zu chartern und nachdem eine Mitseglerin sich entschloss, aufgrund meiner Mail an meinem Geburtstag am 10.06., mit mir dieses Abenteuer zu bestreiten, fand ich lange keine weiteren Mitseglerinnen.

Erst eine Woche vor dem Törn – als ich soweit war, dass es mir egal war, ob und wie viele Frauen mit mir dieses Erlebnis teilen möchten – fanden noch 4 weitere Mitseglerinnen auf etwas ungewöhnlichen Wegen zu mir. Bei einer hatte ich das Gefühl sie MUSS mit, sagte es ihr per Whats App und sie ließ sich darauf ein. Eine kam über eine Annonce bei Hand gegen Koje und zwei tatsächlich auf meine letzte Mail, die ich schrieb, weil ich das Gefühl hatte es fehlten noch zwei Frauen. Somit waren wir tatsächlich 6 Frauen, die eine sehr lehrreiche und bewegende Woche auf einer 12,64 Meter Yacht erleben durften.

Pato Lucas – Oceanis 423 in Las Galletas

Treffen in Teneriffa

Ankunft im Flughafen Teneriffa Sur – Reina Sofia

Wie es der „Zufall“ wollte kamen 5 von uns fast zeitgleich aus Österreich, der Schweiz und Deutschland am Samstag Morgen in Teneriffa an und wir fuhren, nachdem wir uns alle etwas kennen gelernt hatten, mit dem Großraumtaxi zur Marina del Sur nach Las Galletas. Dort konnten wir schon auf die Yacht, fuhren aber erst mal mit einem geliehenen Auto von meinen Freunden nach Los Cristianos zum asiatischen Mittagessen, wo wir auch meinen Papa trafen.

Ausblick vom asiatischen Restaurant auf den Hafen von Los Cristianos mit einer der Fähren, die u.a. nach La Gomera fahren.

Einkäufe

Frisch gestärkt verabschiedeten wir uns von meinem Papa und machten noch den Großeinkauf in einem Lidl und gegen 19 Uhr konnten wir nach einer kurzen Einweisung von mir in Yacht, dann den Abend erschöpft, aber voller Vorfreude auf die erste Ausfahrt am nächsten Tag ausklingen lassen.

Sonnenuntergang am 29.07.2017 in der Marina del Sur – Las Galletas

Sonntag

Als erstes nach dem Frühstück am Sonntag morgen

Erstes Frühstück an Bord – Marina del Sur Las Galletas – 30.07.17

mache ich immer die Sicherheitseinweisung, damit meine Crew weiß, wie alles an Bord funktioniert und welche Sicherheitsmittel es gibt und wie man sie im Notfall anwendet. Gegen 11:30 Uhr kam dann auch unsere letzte Mitseglerin – wegen der Kürze der Zeit (sie hatte Freitag gebucht :-)), war kein anderer Flieger mehr zu bekommen – und nach dem ich sie kurz eingewiesen hatte, machten wir uns klar zum Auslaufen und los ging´s „Ins Wal Revier“.

Schon nach etwa 1 Stunde sahen wir dann auch die ersten Delfine. Tümmler. Und später noch Indische Grindwale. Wir ankerten in einer schönen Bucht vor dem Ort El Puertito

Badevergnügen vor El Puertito

und konnten uns an Schiff und Wellen gewöhnen und nachdem wir wieder in Las Galletas fest waren, und alle sich fein gemacht hatten, gingen einige Essen während die anderen an Bord blieben.

Montag

Nach dem Frühstück und nachdem alles gut verstaut war machten wir die Leinen los und fuhren unter Motor rüber nach La Gomera, das dauerte eine ganze Weile und leider sahen wir auf der Überfahrt keine Delfine. Ein netter Marinero half uns beim Festmachen und wir ließen den Abend im netten San Sebastian bzw. an Bord ausklingen.

Marina La Gomera – San Sebastian

Dienstag

Nach wenigen Meilen waren wir nach dem Ablegen und einem Badestopp, wo wir in der Ferne ein paar Grindwale vorbei ziehen sahen, „Im Wal Revier“ vor La Gomera und hatten nach längerer Suche auch ein paar Säuger gesehen. Am Abend machten wir dann im kleine Hafen von Vueltas im Valle Grand Rey fest und waren bald darauf in einem super Restaurant Essen.

Hafen im Valle Gran Rey

Interessant auf so einem Törn und wegen der Enge der Yacht ist ja das menschliche Zusammenleben. Bei manchen Crews verlief die ganze Woche sehr harmonisch, bei einigen gab es kleine Konflikte, die aber bis zum Ende des Törns immer gelöst waren. Bei meiner jetzigen Crew kamen an diesem Abend einige Themen hoch, was sich über die letzten Tage etwas hoch geschaukelt hatte und die Stimmung war etwas frostig. Ich überlegte vorm Einschlafen, ob ich morgens eine Gesprächsrunde machen sollte, aber über die Nacht und nach einigen Gesprächen meiner Crew untereinander, war aus meinen Individualisten auf einmal ein Team geworden und von da an verlief unser Törn sehr harmonisch uuuuuuunnnnnnd die Delfine kamen.

Mittwoch

Schon eine halbe Stunde nach der Hafenausfahrt konnten wir uns von der Lebensfreude der Fleckendelfine anstecken lasse, die überall ums Boot herum surften und hüpften.

Und nach einer etwas längeren Suche, als wir fast schon aufgeben wollten, wurden wir noch richtig belohnt für unsere Ausdauer. Unsere „Späherin“, die sehr auf Tümmler reagiert, hatte tatsächlich drei unterschiedliche Gruppen von Tümmlern, mal mit Fleckendelfinen, mal mit Grindwalen, mal alleine entdeckt und wir hatten einen super, super schönen Tag auf dem Wasser.
Wieder in San Sebastian gingen wir dann auch endlich mal alle gemeinsam zum Essen.

Leckerer Käse mit Palmhonig im „El Pajar“ in San Sebastian

Absoluter Geheimtipp: El Pajar. Ein unscheinbares Restaurant in der verkehrsberuhigten Zone des netten Städtchens. Hier aßen wir mit Hochgenuss Kanarische und andere Spezialitäten. Welch ein schöner Tag.

Donnerstag

Frühstück in der Marina La Gomera – San Sebastian

Die Überfahrt nach Teneriffa am nächsten Morgen war zwar etwas ruppig, aber meine Crew und ich waren sehr gut gelaunt. Ich war voll in meinem Element und trällerte auch ein paar Liedchen in die einige mit einstimmten und so waren wir – gefühlt – rasend schnell vor den gigantischen Felsen vor Los Gigantes. Auch hier wurden wir wieder belohnt und konnten eine kurze Weile Tümmler beobachten. Und vor der Bucht von Masca

Bucht von Masca – Teneriffa

genossen zwei meiner Mitseglerinnen bei laufendem Motor auch ein erfrischenes Bad im Atlantik bevor wir in die Marina von Los Gigantes fuhren um dort kurz fest zu machen.
Ich meldete uns an und wie verabredet waren zwei befreundete Familien schon da um mit mir einen Ausflug zu den Säugern zu machen, während der überwiegende Teil meiner Crew mal einen halben Tag Landgang genoss.
Wir mussten weit raus fahren und hatten dann aber sehr schöne Begegnungen mit Grindwalen und Tümmlern.

Swantja Gebauer – Monika Bubel nach einer schönen Ausfahrt in Los Gigantes – Teneriffa

Ich finde das ja immer am allerschönsten, wenn meine Leute an Bord das erste Mal auf Delfine treffen und dieses Mal war es für mich auch wieder eine große Freude mit zu erleben wie froh und dankbar meine Gäste für dieses Geschenk waren.
Wieder in der Marina fest ging ich mit den Familien lecker Pizza Essen und als wunderschönen Ausklang an diesem Abend unterhielt sich ein Teil meiner Bekannten mit mir noch im Hafen bei warmen Temperaturen und dem gigantischen Ambiente ein absolutes Highlight für mich.

Abendplausch in der Marina von Los Gigantes 03.08.2017

Beseelt ging ich später in meine Koje und freute mich schon auf den letzten Wassertag.

Freitag

Nachdem ich die Schlüssel für die sanitären Anlagen und den Zugang zum Steg im Marina Büro abgegeben hatte, machten wir los, ich funkte noch, ob wir raus fahren können und kurze Zeit später waren wir auf dem Weg zurück nach Las Galletas. Auf der gesamten Westseite der Insel, die wir nun hinunter fuhren ist Wal Revier. Es dauerte allerdings eine ganze Weile bis sie sich uns zeigten.

Grindwale vor Teneriffa – 04-08.2017

Eine Mitseglerin und ich verbanden uns ganz tief mit den Säugern (auch die anderen werden das wohl gemacht haben, aber für mich war es sehr intensiv) und kurze Zeit später waren sie da. Ein ganzer Teppich voller Grindwale. Ich konnte in gebührendem Abstand neben ihnen her fahren. Erfreulicherweise waren sie auch auf dem Weg in unsere Richtung. Herrlich war das. Ca. 300 Meter neben uns, wie an einer Kette aufgereiht schwammen sie gemächlich neben uns her und verbreiteten diese unglaubliche Ruhe, von der ich immer erfasst werde, wenn ich auf Grindwale treffe. So schön, so erfüllend, nicht nur für mich. Und das schöne ist, es hält an. Auch heute kann ich dieses Gefühl wieder in mir hervor rufen und mich überkommt diese innere Ruhe und Zuversicht alles schaffen zu können, was sich in meinem Leben so ereignet.
Zu guter Letzt hatte dann unsere Tümmlerfrau ein letztes Mal ihre Späherfähigkeiten beweisen können und wir verabschiedeten uns auch von dieser Delfinart nach einiger Zeit des Beobachtens.
Wieder zurück in der Marina del Sur fuhren wir – inzwischen sehr souverän anlegend – an die Tankstelle und später in unsere „Parklücke“ und machten ein letztes Mal fest.
Nachdem sich die Crew fein gemacht hat gingen wir noch mal ins Städtchen und irgendwann erinnerte ich mich auch an ein klasse Restaurant mit super schönem Ambiente.

letztes gemeinsames Abendessen in Las Galletas – 04.08.2017

Wir hatten noch einen sehr schönen Abend und wieder an Bord wurden dann die ersten Koffer gepackt, ich bekam die Videos und Fotos und verteilte sie auf diejenigen, die ein Speichermedium dabei hatten und dann ging es ein letztes Mal in die Koje.
Übrigens hat meine Kojennachbarin die Nächte immer im Cockpit unter dem Bimini verbracht. „Freiluftgenießerin“.

Samstag

Das Frühstück ließen wir heute ausfallen einige mussten um 11 schon am Flughafen sein. Das bestellte Taxi kam nicht und es gab noch etwas Stress. Mein Papa kam dann zeitgleich mit dem nächstenTaxi und so fuhren einige zum Flughafen und waren Nachmittags schon zu Hause, während ich mit ein paar anderen noch hoch zum höchsten Berg Spaniens fuhr (mit Papas Auto),

Auf ca. 1500 m unterhalb vom Teide -Blick nach La Gomera und La Palma

was sich ausnahmsweise mal so ergeben hat und in zukünftigen Törns eher nicht von mir organisiert wird. 🙂

Welch eine schöne Woche, die uns alle positiv in Erinnerung bleiben wird. Es gab einiges zu lernen und ich denke alle Frauen werden nicht nur die tierischen sondern auch die menschlichen Eindrücke reflektieren und sich immer wieder gerne zurück erinnern an:

Im Wal Revier Segeln Toern 8 🙂

Ich danke euch allen, dass ihr mit mir dieses Abenteuer gewagt habt.

Und nun verabschiede ich mich für heute und wünsche dir wie in meinem Segelpodcast:

Lebe Freiheit

Deine
Moni

Monika Bubel im „El Pajar“ – San Sebastian – La Gomera

Veröffentlicht von

www.waleunddelfine.de

Meinen ersten Delfin sah ich 1995 am anderen Ende der Welt in Neuseeland und seit dem begleiten mich die Meeressäuger. Ich bin tief mit Walen und Delfinen verbunden und erzähle dir auf diesem Blog von ihnen und meinen Erlebnissen.

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