Im Atlantik schwimmen

Meinen ersten Segeltörn machte ich im März 2011 um die Kanaren. Im Atlantik schwimmen, kam mir dabei überhaupt nicht in den Sinn, ich wollte nur segeln.

Los ging es zu siebt in Kojencharter von Teneriffa über La Palma, El Hiero und La Gomera zurück nach Teneriffa.

Skipperin Moni

Auf unserem Weg von El Hiero nach La Gomera hatten wir keinen Wind und mussten unter Motor fahren. Die lange Dünung der Atlantikwellen schaukelte unsere Yacht sanft hin und her. Die Sonne knallte ins Cockpit und es war richtig warm.

Am Navigationstisch las ich die Tiefenangabe in der Seekarte – 2000 Meter. Mir blieb kurz die Luft weg bei der Vorstellung, dass 2000 Meter unter mir nichts außer Wasser ist, und ging wieder an Deck. Es war ein herrlicher Tag. El Hiero war gerade noch zu erkennen, La Gomera schon in Sichtweite. Ein Fischerboot kreuzte unseren Weg.

Im Atlantik schwimmen?

Keiner sprach. Nur das regelmäßige brummen des Motors und das Blättschern der Wellen an die Bugwand waren zu hören. Plötzlich fragte der Skipper ob wir Lust hätten eine Runde im Atlantik zu schwimmen.

Kribbeln im Magen, tief durchatmen, abwägen, soll ich soll ich nicht. Die Crew wollte nicht und ich brauchte keine Entscheidung zu treffen. Ausatmen……….

Es war immer noch sehr warm, ich döste auf meinem Lieblingsplätzchen am Heck der „Salt Whistel“. Nach 10 Minuten frage der Skipper noch einmal nach, ob wir nicht doch im Atlantik schwimmen wollen. Ich blickte zu der Mitreisenden Schweizerin, sie nickte kurz. Ich sprang auf, eilte zur Koje, zog schnell meinen Badeanzug an und kramte Taucherbrille und Schnorchel aus meinem Gepäck. Derweil befestigten die anderen an einer 50 Meter langen Leine einen großen Fender, unsere Lebensversicherung sozusagen. Der Motor wurde aus gemacht. Stille!

Herz pumpte und…….. Absprung von der Reling. Platsch…. Im Atlantik schwimmen. 2000 Meter unter mir kein Boden. Juhuu. Abkühlung, Freude —– Freiheit——. Ich setzte die Taucherbrille auf und schaute mich um. Erstaunen! Ich sah —– nichts. Nur blaues Wasser und sowas wie weiße Fusseln (Plankton). Das hatte ich nicht erwartet. Ich dachte überall schwimmen Fische und es wäre richtig was los im Ozean, weit gefehlt. Um mich herum nur Wasser, die Lifeline mit dem Fender und unsere Yacht, die ich dann mangels Alternative von unten beäugte.

Auch die anderen kamen ins Meer und wir planschten hoch vergnügt noch eine Weile, ehe wir glücklich und um eine Erfahrung reicher, ins Cockpit zurückkletterten.

Welch ein Erlebnis und nur ein kleiner Einblick in das Leben der Wale und Delfine.

Ich wünsche auch Dir ähnliche Erfahrungen, bei denen du vor lauter Glück kaum noch Luft bekommst und du eins bist mit allem um dich herum.

Licht und Liebe Monika

Schreib mir was du so alles im Atlantik erlebt hast als Kommentar. Ich freue mich von dir zu lesen.

Veröffentlicht von

www.waleunddelfine.de

Meinen ersten Delfin sah ich 1995 am anderen Ende der Welt in Neuseeland und seit dem begleiten mich die Meeressäuger. Ich bin tief mit Walen und Delfinen verbunden und erzähle dir auf diesem Blog von ihnen und meinen Erlebnissen.

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