Großer Tümmler

Hier beschreibe ich die bekannteste Delfinart: Großer Tümmler. Du erfährst das Wichtigste über Verbreitung und Lebensraum, wie man ihn auf See identifiziert, Ernährung, Lebensweise, Fortpflanzung und Bestand.

Systematik

Er gehört zur Ordnung der Wale (Cetacea), zur Unterordnung der Zahnwale (Odontoceti), zur Familie der Delfine (Delphinidae), zur Gattung der Tursiops und zur Art Großer Tümmler. Sein wissenschaftlicher Name ist: Tursiops truncatus.

Beschreibung

Große Tümmler weisen von Tier zu Tier und je nach geografischer Lage starke Unterschiede in Größe, Form und Farbe auf. Es existieren zwei Hauptformen: eine kleinere Küsten- und eine größere, massigere Hochseeform. Die Körperfärbung ist bei beiden recht komplex, unter fast allen Lichtverhältnissen wirkt sie aber einheitlich grau und ist ohne besondere Muster. Er wird zwischen 2 und 4 Meter lang und 90 – 650 kg schwer. Die Länge und Breite der Schnauze variiert ebenso wie die Größe und Form der Melone. Immer ist eine deutliche Scheitellinie vorhanden. Der Schnabel ist stets gut ausgebildet und wird bei größeren Tieren breiter. Die Flipper sind breit, laufen leicht gebogen spitz zu und erreichen etwa 1/6 der Körperlänge. Die Finne ist groß, breit und sichelförmig gebogen. Sie sitzt in der Mitte des Körpers und erreicht 1/10 der Körperlänge. Die Fluke ist breit, deutlich gekerbt und läuft an den Enden spitz aus. Der Schwanzstiel ist oben und unten leicht gekielt. Der Mundspalt verläuft nach oben und erweckt in Verbindung mit den mandelförmigen Augen den Eindruck eines Dauerlächelns. Diese Gesichtsmimik ist vom Großen Tümmler nicht beeinflussbar und ist daher kein Spiegel seiner Gemütsverfassung. Jede Hälfte jedes Kiefers birgt 18-27 kegelförmige Zähne mit Durchmessern von 5-10 mm.

Verbreitung und Lebensraum

Die Art Großer Tümmler kommt in vielen geschlossenen Meeren vor, wie Schwarzes Meer, Rotes Meer, Mittelmeer und Golf von Kalifornien, Mexiko. Sie leben weltweit in gemäßigten und tropischen Meeresgebieten, oft in Küstennähe in verschiedenen Lebensräumen wie offenen Küsten mit starker Brandung, Lagunen, große Mündungen und sogar in unteren Flussläufen und Häfen. Nicht selten leben sie auch auf hoher See. Die Hochseeform lebt häufig um ozeanische Inseln, aber auch im tropischen Ostpazifik und anderswo. Auch im nördlichen Nordatlantik, selten nördlicher als Großbritannien. Einige Hochseepopulationen scheinen saisonal zu wandern, viele Küstenpopulationen sind ganzjährig ortstreu, was ein Beobachten erleichtert.  

Die Art „Großer Tümmler“ auf See identifizieren!

  • dumpfe, graue Körperfarbe
  • dunkles Rückencape
  • auffällige, sichelförmige Rückenfinne
  • Kopf und Körper massig
  • Falte zwischen Schnauze und Melone
  • rundliche Stirn
  • meist in kleinen Gruppen
  • oft Bugwellenreiten
  • kann sehr aktiv sein

Ernährung

Die Auswahl der Nahrung ist für die Art Großer Tümmler vielfältig. Alle Fische die sie bewältigen können zählen zu ihrem Speiseplan. Sie jagen im freien Wasser, aber auch auf dem Meeresboden. Sie ernähren sich auch von Aalen, Meerbarben, Wolfsbarschen, aber auch von Kopffüßlern wie Kalmare und Kraken. Auch verschiedene Krebstiere werden aufgespürt. In Küstengebieten treiben sie ihre Beute häufig auf Sand- oder Schlickflächen. Die Hochseepopulationen ernähren sich vermutlich ähnlich, wobei sie bis zu 600 Meter tief tauchen, um bodenbewohnende Beutetiere zu fangen. Auch Schwarmfische aus dem Freiwasserbereich werden erbeutet. Nicht selten schließt sich die Art Großer Tümmler mit Grindwalen und kleinen Schwertwalen zusammen. Sowohl in diesen Mischverbänden, als auch in reinen Tümmlerschulen sind sie zu einer koordinierten Jagd fähig. 

Lebensweise

Tursiops truncatus sind kräftige, aktive Schwimmer. Sie verbringen viel Zeit mit Spring- und Schwimmspielen. Vor allem die Art Großer Tümmler liebt das „Bugwellenreiten“ und lässt sich gerne auf den Bugwellen großer Schiffe treiben, um sich ohne große Kraftanstrengung oft kilometerweit tragen zu lassen. Sie bilden große sogenannte Schulen, oft von mehreren Hundert Mitgliedern. Diese sind keine Sozialverbände denn es herrscht ein Kommen und Gehen. Einzelne Mitglieder bleiben Tage, andere nur Stunden in der Schule. In kleineren Gruppierungen bis zu 100 Individuen scheint es Sozialstrukturen zu geben, zumindest meiden jüngere Männchen die älteren, und führende Weibchen sondern sich häufig ab, um den Druck der Männchen auf die Jungen abzumildern. Es scheint auch so, dass die Zusammensetzung und Größe der Schulen angepasst ist an das Nahrungsangebot und zur Abwehr von Feinden dient. Sie bewegen sich mit ca. 6 km/h vorwärts. Bei Spielen und Verfolgungen können die großen Tümmler aber auch bis 25 km/h schnell schwimmen. Wenn sie tauchen dauert das meist nicht länger als 3-4 Minuten. Bei ozeanischen Populationen vermutet man allerdings viel längere Tauchzeiten.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit liegt zwischen Frühjahr und Herbst. Die Tragezeit beträgt 12 Monate und die Jungen werden mit 1 – 1,3 Meter Länge geboren. Das Weibchen säugt bis etwa zum 18 Lebensmonat. Geschlechtsreif sind Große Tümmler ab etwa 5-12 Jahren, da haben sie eine Größe von etwa 2,2 – 2,6 Meter. Die Fortpflanzung beginnt allerdings erst mit 9-13 Jahren. Weibchen gebähren dann etwa alle 2-3 Jahre. Die Lebenserwartung liegt um die 40 Jahre, was an den Zähnen abgelesen werden kann.

Bestand

In den 60er Jahren wurden viele Walarten mit zum Teil verheerenden Auswirkungen bejagt. Auch einzelne Populationen von der Art „Großer Tümmler“ wurden dezimiert, allerdings nicht so stark wie die Großwale. Auch wurden Delfine als Nahrungskonkurrenten von Fischern getötet. Und in Fischereigeschirr wie Treibnetzen und sogenannten Geisternetzen (verloren gegangene Treibnetze) verenden weltweit jährlich 100.000de. Trotzdem scheint diese Art in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet häufig vor zu kommen.

Seit Jahren wird die Art „Großer Tümmler“ in Delfinarien gehalten und zunehmend auch gezüchtet. 

 Schreib mir einen Kommentar, wenn der Artikel hilfreich für dich war. Ich freue mich von dir zu lesen.

Monika

 

 

Veröffentlicht von

www.waleunddelfine.de

Meinen ersten Delfin sah ich 1995 am anderen Ende der Welt in Neuseeland und seit dem begleiten mich die Meeressäuger. Ich bin tief mit Walen und Delfinen verbunden und erzähle dir auf diesem Blog von ihnen und meinen Erlebnissen.

Schreibe einen Kommentar